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Digitale Barrierefreiheit in der Praxis – Erfolgsfaktoren & Learnings aus dem TeamBank-Projekt
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Herzlich Willkommen zu unserem heutigen Webinar Digitale Barrierefreiheit in der Praxis – Erfolgsfaktoren & Learnings aus dem TeamBank-Projekt Wir haben heute drei Vortragende dabei, das ist einmal der Jens von Crown Peak, Timo von UDG und Evelyn von der TeamBank. Die werden euch heute so ein bisschen durch das Webinar leiten. Ganz am Ende werden wir Zeit für Fragen haben. Wir haben ganz unten in der Leiste, sollte jeder von euch sehen, einmal eine Q&A-Box. Nutzt die gerne durchgehend während des Webinars, immer wenn euch Fragen einfallen. Die werden wir dann ganz am Ende einmal beantworten. Damit würde ich einmal an dich, Timo, übergeben. Sehr schön. Dann auch nochmal herzlich willkommen von meiner Seite aus. Digitale Barrierefreiheit. Ich habe mir gedacht, wir starten erstmal so grundsätzlich mit den Basics, um einfach einen gemeinsamen Stand zu haben. Und da starte ich immer ganz gerne mit dem Zitat von dem guten Witten Surf, der auch Vater des Internets genannt wird. Der hat damals gesagt, die Internet ist for everyone, but it won't be until it can be accessed without limitation. Galt damals und gilt heute immer noch genauso und da müssen wir auch auf jeden Fall hinkommen. Was bedeutet digitale Barrierefreiheit? Letztendlich bedeutet digitale Barrierefreiheit, dass Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung digitale Produkte wie alle anderen Menschen auch verstehen können, wahrnehmen können, steuern können und mit ihnen interagieren können. Wer profitiert von digitaler Barrierefreiheit? Letztlich, vielleicht erkennt man das auch auf dem Bild schon so ein bisschen, profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen davon, sondern alle Menschen. Denn wir alle sind mal in der Situation, sei es längerfristig oder auch kurzfristig, in der wir auf bestimmte Dinge angewiesen sind. Wenn wir jetzt das Bild nehmen, die eine Frau hat nur einen Arm und kann das Telefon beispielsweise nur mit einer Einhandbedienung bedienen. So aber auch der Mann, der sich den Arm gebrochen hat oder eine andere Frau, die gerade in dem einen Moment irgendwas auf dem Arm hat, vielleicht ein Baby und deswegen auch darauf angewiesen ist. Deswegen alle Menschen profitieren davon. Da habe ich auch mal so ein schönes Schaubild von Microsoft mitgebracht. Die sagen nämlich, dass es verschiedene Felder gibt, nämlich Touch, See, Hear und Speak und dann permanente, temporäre und situationsbedingte Einschränkungen oder Behinderungen. Und das stellt es eigentlich ganz schön dar, dass immer ganz, ganz viele Menschen betroffen sein können und dadurch auch einen Vorteil haben können, wenn wir digitale Barrierefreiheit beachten. In der realen Welt gibt es auch ein schönes Beispiel. Das nennt sich der Curbcut-Effekt, also der Bordstein-Effekt. Und da sieht man auch ganz gut, da wurde etwas getan, um eigentlich auch Menschen, die im Rollstuhl sitzen, das Leben so ein bisschen zu erleichtern, dass sie da besser runterkommen auf den Zebrastreifen. Aber auch alle anderen Menschen profitieren davon. Also sei es Eltern, die ihren Kinderwagen da runter schieben oder irgendwelche Menschen, die schwere Sachen hochschieben müssen oder auch Kinder mit dem Fahrrad. Also alle profitieren von solchen Dingen. Und eine Personengruppe müssen wir natürlich auch noch mit einberechnen. Ältere Menschen. Im Alter entwickeln wir alle Behinderungen oder Einschränkungen und deswegen sollten wir da auf jeden Fall auch für ältere Menschen optimieren. Wenn man sich nämlich mal die demografischen Daten anschaut, dann zeigen die, dass im Jahr 2030 19 Prozent der deutschen Bevölkerung 67 Jahre oder älter sein soll. Das ist schon ein ganz schön großer Prozentsatz. Von daher müssen wir da auch einiges tun, dass auch diese Menschen dann weiterhin das digitale Netz nutzen können. Auch Unternehmen profitieren natürlich davon, wenn Produkte barrierefrei sind. Ich habe da mal einige Vorteile mitgebracht. Das kann natürlich zuerst mal sein, eine größere Zielgruppe. Das heißt, ich erreiche mehr Menschen. Mehr Menschen können mein Produkt benutzen, verstehen, damit interagieren. Somit habe ich auch mehr Menschen, die möglicherweise einen Kaufabschluss machen können. Und das ist natürlich ein großer Vorteil. Dann eine bessere Usability und UX. Wenn wir schon an bestimmte Barrierefreiheitsaspekte denken, dann verbessert das Produkt für alle Menschen, wie eben schon gesagt und somit auch die Usability und die UX. Die SEO-Performance kann besser werden, dadurch, dass wir einfach auf Überschriften, Strukturen beispielsweise oder Seitentitel achten, was die ganzen kleinen Crawler, die da draußen rumlaufen, auch ganz gut finden. Dann keine Klagen. Gehen wir gleich nochmal so ein bisschen drauf ein. Das kommt ja ein Gesetz. Eigentlich ist es schon da, aber es gilt ab einem bestimmten Datum dieses Jahr. Und somit kann man dann auch die Klagen umgehen. Es kann auch mehr BewerberInnen für das Unternehmen geben, weil einfach der Bewerbungsprozess auf einmal barrierefrei ist beispielsweise oder weil auch mehr Menschen das Unternehmen als ein Unternehmen sehen, wo sie sich gerne bewerben möchten, weil es inklusives Design anbietet. Und das zahlt so ein bisschen natürlich auch auf das Image für das Unternehmen an sich ein. Es gab auch eine Studie von Microsoft, die habe ich mal mitgebracht. Die ist schon ein bisschen älter. Die war von 2016, 2017. Die zeigt aber ganz gut, dass man damit, dass man Barrierefreiheit beachtet, auch entweder Geld dazu gewinnen kann oder wenn man es nicht beachtet, Geld verlieren kann, wie in diesem Beispiel. Die sind davon ausgegangen, dass tägliche BesucherInnen von 10.000 auf einer Webseite auf ein Jahr gerechnet mit einer durchschnittlichen Conversion Rate von 2,5% und einem durchschnittlichen Warenkorbwert von 50 Euro. Wenn dann nur 5% der NutzerInnen abspringen, weil die Seite einfach nicht barrierefrei ist, weil sie sich nicht bedienen können, dann verliert man hier einen ganz schön hohen Betrag. Und das kann man natürlich, wenn noch mehr SeitenbesucherInnen auf der Seite sind, hochrechnen und sehen, dass da ganz schön Geld flöten. Wann sollte ich denn eigentlich mit Barrierefreiheit starten? Letztendlich sagt man und ist auch die beste Methode, ganz am Anfang zu starten. Das heißt, schon direkt bei der Planung natürlich mit zu berücksichtigen, wir möchten ein barrierefreies Produkt anbieten, eine Webseite, eine App, was auch immer. Und das schon in der Planung zu berücksichtigen, dann weiterhin in jedem einzelnen Schritt natürlich auch. Das heißt, in der Konzeption, im Design, in der Entwicklung und im Testing. Damit es auch immer berücksichtigt wird und wir auch am Ende ein schönes inklusives Produkt dann haben. Das kann man auch ganz gut sehen, wenn man sich diese Bilder mal anschaut. Wir haben hier, das Produkt ist in dem Fall das Spiel, was diese drei Menschen sich da anschauen. Und das ist nicht barrierefrei, weil der Zaun ist zu hoch und eine Person kann es einfach gar nicht sehen und die andere kann gerade so drüber schauen. Wenn wir das im Nachhinein barrierefrei machen, dann müssen wir da so ein bisschen die Kisten umschieben und alle können gerade so drüber schauen. Ist also okay, alle können es irgendwie benutzen, aber es ist vielleicht nicht das Gelbe vom Ei und wir könnten es eigentlich besser machen. Hätten wir nämlich von Anfang an Barrierefreiheit berücksichtigt, dann hätten wir vielleicht gar keinen Holzzaun genommen, sondern einen Maschenbratzaun und alle könnten in gleicher Weise da durchschauen und das Spiel betrachten. Wenn wir das nicht machen oder erst im Nachhinein barrierefrei werden wollen, dann kann das so aussehen. Da gibt es nämlich die schlechtesten Negativbeispiele sozusagen und mein Lieblingsbeispiel ist die Braille-Schrift, die ausgedruckt wurde. Dann kommen wir zu den Gesetzen, was ja dieses Jahr sehr relevant wird. Da ist dann erstmal der European Accessibility Act. Das ist eine Vorgabe der EU und diese Richtlinie, die gibt es eigentlich schon seit 2019. Da ist sie in Kraft getreten, war aber weiterhin erstmal eine Empfehlung und am 22., am 28. Juni 22 musste das dann in nationale Gesetze umgesetzt werden. Bei uns in Deutschland ist das das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Weiterhin aber erstmal nur eine Empfehlung bis dann zum 28. Juni diesen Jahres. Da wird es dann zur Vorschrift, also da müssen die Rechtsvorschriften dann angewendet werden und das Gesetz gilt. Was sagt das jetzt aus? Erstmal hat der European Accessibility Act gesagt, wir konzentrieren uns unter anderem auf den E-Commerce, also auf den elektronischen Geschäftsverkehr. Der muss definitiv barrierefrei sein, damit alle Menschen in gleicher Weise einsteigen. Da ist dann das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Deutschland aktiv und das verpflichtet die private Wirtschaft dazu, die europäische Norm, die EN 301549 umzusetzen. Und diese Norm, die hat verschiedenste Punkte drin, was alles wie barrierefrei sein muss. In Kapitel 9 verweist die Norm auf die WCAG. Und die WCAG, falls es manche noch nicht kennen, das sind die Web Content Accessibility Guidelines. Die wurden vom World Wide Web Konsortium erstellt und kuratiert und momentan haben die 78 Erfolgskriterien und drei Stufen der Konformität. Da steht quasi alles drin, wie Webseiten barrierefrei sein sollen. Die drei Stufen sind die Stufe A, Doppel A und Triple A. Und ich habe das hier mal so ein bisschen aufgeteilt. Wenn man die beiden Stufen zusammennimmt, sind es 55 Erfolgskriterien und in der Stufe Triple A sind es 23. Und auf was wir achten müssen, in erster Linie sind die Stufen A plus Doppel A. Aber es können auch bestimmte Dinge aus der EN 301 auch noch zum Tragen kommen. In den meisten Fällen nicht für Webseiten. Aber da sollte man sich trotzdem schlau machen. Es gibt auch Ausnahmen, die der European Accessibility Act hat. Und zwar Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und weniger als zwei Millionen Jahresumsatz. Die sind davon nicht betroffen. Sogenannte Kleinstunternehmen, die müssen also nicht barrierefrei sein. Andere Dinge müssen dagegen barrierefrei sein. Also zusätzlich zum E-Commerce und das sind Bankdienstleistungen, dann die elektronische Kommunikation, also bestimmte Messenger-Dienste beispielsweise und audiovisuelle Angebote von Fernsehanstalten und Video-on-Demand-Angebote. Also die ganzen Netflixe da draußen müssen dann theoretisch auch barrierefrei sein. Und auch Kindles und wie sie nicht alle heißen, die ganzen E-Books sind auch davon betroffen. Sowie Aspekte der Personenverkehrsdienste. Da können dann unter anderem auch Automaten, Ticketautomaten drunter fallen, die aber eine leichte Übergangsfrist noch haben. Soweit jetzt erstmal zu dem Grundwissen, sage ich mal, und zu den Gesetzen. Und jetzt schauen wir mal ein bisschen in das Projekt rein, was wir mit Team Bank zusammen gestartet haben. Genau. Vielen Dank, dir Timo und auch ein herzliches Willkommen von mir. Ich werde euch heute nur ein paar Insights geben zur Umsetzung im Unternehmen und euch ein bisschen berichten, wie wir das bei der Team Bank gerade auch umsetzen. Und mit dieser Ausgangslage, die euch der Timo eigentlich gerade vorgestellt hat, waren nun wir, wie ihr eigentlich auch, als Unternehmen, aber auch als Marke konfrontiert. Und damit kamen auch Fragen auf uns zu, wie zum Beispiel, wie setzen wir das Ganze um? Was braucht es dafür? Hat das Auswirkungen auf unsere Brand und auf unser Branddesign? Und so weiter und so fort. Fakt ist, die Welt verändert sich und gerade im Moment eher rasanter, als es uns eigentlich lieb ist. Kundinnen und Kunden, aber auch Unternehmen werden mit Keywords wie zum Beispiel Digitalisierung, neuen Technologien wie künstliche Intelligenz, mit politischen Lagen, Pandemien wie Corona, aber auch mit neuen Gesetzen, wie dem Barrierefrei-Stärkungsgesetz konfrontiert. Und in solchen unsicheren Zeiten, aber auch in Zeiten der Reizüberflutung durch viele Ängste, Sorgen, geprägt aber auch durch Informationsflut, stehen Unternehmensmarken vor großen Herausforderungen. Denn nur starke Marken können tatsächlich hervorstechen. Starke Marken können verunsicherten Kundinnen und Kunden einen Anker in einem Marken-Dschungel geben, wenn man sich das mal anschaut. Es gibt viele verschiedene Marken, die viele oder die ähnliche Produkte anbieten. Und hier ist es super wichtig, als starke Marke hervorzustechen. Starke Marken werden in Zukunft mittels einer klaren Ausrichtung, also einer klaren Markenstrategie, aber auch einer klaren Markenführung und gepaart mit einer großartigen Brand - und Customer Experience überleben. Und es ist schon lange nicht mehr so, wie früher, als Printmedien Vormarsch hatten, dass es ausgereicht hat, ein schönes Logo zu haben, ein schönes Brand-Design. Nein, spätestens mit der Digitalisierung, aber auch noch viel verstärkter durch das Thema KI werden Experiences in Zukunft Einzug halten und Marken da sehr stark beeinflussen und Experiences werden zu Zukunftsfaktoren einer Marke werden. Genau, dann Folie weiter, Timo. Und in diesen sich stark verändernden, aber auch unsicheren Zeiten ploppt nun das Thema Barrierefreiheit auf. Und die zentrale Fragestellung war für uns dabei im ersten Schritt, was müssen wir denn alles barrierefrei machen und was wollen wir barrierefrei machen? Auf der einen Seite war hier die Gesetzeslage. Für uns wichtig war, betroffen sind Unternehmen, Bank- und Finanzdienstleister in Deutschland und Österreich. Ihre digitalen Web-Anwendungen, die Endkunden, also Verbrauchern angeboten werden. Das auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite steht dann der Kunde. Wir sind als Teambank sehr kundenzentriert ausgerichtet. Kundenzentrierung ist auch unsere Kernkompetenz, die wir auch leben und für die wir auch bekannt sind. Und für uns war als Marke klar, es gibt nicht nur eine Gesetzeslage, es gibt veränderte Kundenbedürfnisse und diese betreffen 13 Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen. Und diese Personen sind ebenfalls unter unseren Kundengruppen vertreten. Da fragt man sich, was für Vorteile bringt es uns also, eingeschränkte Personengruppen in unserer Markenausrichtung auch zu berücksichtigen. Ganz klare Vorteile sind natürlich eine bessere Brand Experience, eine bessere Customer Experience. Wir bieten allen Chancengerechtigkeit an, wenn wir barrierefreie digitale Anwendungen anbieten und schaffen natürlich dadurch auch langfristig eine bessere Kundenbindung. Tun wir das nicht und das widerspricht uns als Haus und als Unternehmen, dann bieten wir im Umkehrschluss eine schlechte Brand Experience, eine schlechte Customer Experience an. Wir können Reputationsschäden davontragen, Diskriminierungsklagen riskieren und letztendlich können wir dadurch auch Kunden verlieren. Und zwar nicht nur eingeschränkte Kundengruppen, sondern tatsächlich alle Kundengruppen oder auch allen Kundengruppen ausgerichtet. Das BFSG nicht zu beachten, war also für uns als Unternehmen kein gangbarer Weg gewesen und stand auch nie zur Debatte, weshalb auch hier vollste Unterstützung von unserer Führungsebene mitgegeben wurde. Dann weiter in der Folie, Timo. Danke dir. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wer ist denn die Teambank und warum ist diese vom BFSG überhaupt betroffen? Die Teambank, das ist unsere Unternehmens- und Arbeitgebermarke, also sozusagen unsere Dachmarke. Und hierunter sind unsere Produktmarken vereint, mit denen wir an unsere Kundinnen und Kunden herantreten. Und diese sind, weil sie an den Verbraucher gerichtet sind, vom BFSG betroffen. In Deutschland sind unsere Produktmarken dann der Easy Credit, Easy Credit Rechnung und Easy Credit Ratenkauf und in Österreich sind wir mit dem fairen Credit unterwegs. Und wie ihr auch sehen könnt, in Deutschland sind wir Teil der genossenschaftlichen Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken und als Teil dieser Gruppe tragen wir zum langfristigen Erfolg der Gruppe bei. Also sind hier auch nochmal in so einer moralischen Verpflichtung auch, Barrierefreiheit umzusetzen, weil wir hier auch mehr Verantwortung als Teil der Gruppe tragen. Kundenzentrierung ist, wie ich euch schon gesagt habe, eine Kernkompetenz der Teambank und für uns ist das Wichtigste, ein begeisterndes Kundenerlebnis in allen Phasen der Kundenbeziehung für alle Personengruppen zu schaffen. Timo, gerne weiter. Diese Kundenzentrierung, unsere starken Markenausrichtung und die damit verbundenen etablierten Prozesse, die wir auch in der Teambank haben, sind die Big Wins, die uns auch beim Thema Barrierefreiheit geholfen haben. Dazu zählt zum einen unser Experience Management. Doch was ist eigentlich ein Experience Management? Wir arbeiten in der Teambank in unserer Kundenreise, die vom ersten Kontakt des Kunden mit uns, zum Beispiel über eine TV-Werbung, bis zum letzten Kontakt mit uns, zum Beispiel durch das Abbezahlen vom Easy Credit definiert ist. Und diese Kundenreise teilt sich wiederum in kleinere Teilkundenreisen auf, in denen cross-funktionale Teams zusammenarbeiten. Und so schaffen wir das perfekte Theaterstück. Stellt euch mal Folgendes vor. Wir befinden uns in einem Theatersaal. Hier seht ihr auch das Schaubild. Sämtliche Zuschauer sind unsere Kundinnen und Kunden, die sich auf der Bühne ein Stück ansehen. Dieses Theaterstück auf der Bühne ist die Summe aller Erlebnisse, die sie mit uns als Marke, also als Easy Credit machen. Kundinnen und Kunden erleben zum Beispiel unsere Werbung in der Innenstadt. Dann gehen sie in unsere Bestellstrecke online über. Sie nutzen unsere Easy Credit Plus-Erweiterung. Um zum Beispiel ihre Raten anzupassen. Oder sie erleben auch, wenn es mal nicht so ganz gut läuft, Unterstützung über unser Inkasso-Portal. Ihr seht außerhalb, also links oben, die bereits erwähnten externen Faktoren, denen wir alltäglich ausgesetzt sind. Und diese versuchen wir natürlich bestmöglich von unseren Kunden fernzuhalten. Und dann gibt es auch noch den Backstage-Bereich. Und wie in jedem guten Theaterstück ist das Erlebnis auf der Bühne nur so gut, wie die Crew, die dahinter steht. Und hier kommen dann unsere cross-funktionalen Teams zum Einsatz. Alle Kolleginnen und Kollegen der Teambank sind letztendlich dafür verantwortlich, die Gesamtexperience unserer Kundschaft und egal in welcher Rolle sie sind, zu gewährleisten. Denn am Ende läuft alles zusammen. Und das ist auch der Erfolgsfaktor für eine gute Customer- und Brand-Experience. Als MKX, das ist die Abteilung, in der ich tätig bin in der Teambank, die steht für Brand- und Customer-Experience, sind wir sozusagen Teil des cross-funktionalen Teams, aber auch gleichzeitig sozusagen Regisseure, die am Ende des Tages dabei unterstützen, eine optimale Experience über alle Teilkundenreisen hinweg zu gewährleisten. Und dieses Experience-Management, was ich gerade vorgestellt habe, ist beim Thema Barrierefreiheit einer der Big Wins. Doch schauen wir uns das Ganze mal genauer an und switchen auf die nächste Folie. Dann gebe ich euch einen kleinen Deep Dive. Mit unserem Experience-Management verbunden ist auch ganz stark unser cross-funktionales Arbeiten, habe ich auch vorhin schon erwähnt, in interdisziplinären Teams. Das war auch ein Big Win beim Thema Barrierefreiheit. Wie vorher schon erwähnt, arbeiten wir entlang der Kundenreise. Und die gesamte Kundenreise ist aufgeteilt, das seht ihr links, in fünf kleinere Teilkundenreisen. Und in diesen arbeiten jeweils cross -funktionale Teams fokussiert zusammen. Diese Teams arbeiten aber auch stark vernetzt mit den anderen Teilkundenreisen zusammen und befruchten sich gegenseitig. Jetzt gebe ich ein kurzes Beispiel. Schauen wir uns das Ganze mal fokussiert an der Teilkundenreise 1 an. Diese läuft unter dem Motto, ich bin Interessent. Und sie umfasst also alle Erlebnisse eines Interessenten mit unserer Marke Easy Credit. Das kann zum Beispiel ein TV-Spot sein, das kann Print-Werbemittel sein, das kann digitale Werbung sein oder Google-Ads-Werbung. Und in dieser Teilkundenreise 1 arbeiten cross -funktional interdisziplinäre Teams zusammen, zu sehen auf der rechten Seite der Folie. Es gibt hier einen BX- und CX-Manager, also Brand- und Customer Experience-Manager, einen Produktmanager, einen UI-Designer, einen Product-Owner, einen Business-Analysten und punktuelle Experten, wie zum Beispiel den Timo, den wir uns jetzt vor kurzem mit dazu geholt haben, als punktuellen Barrierefreiheitsexperten, um unserer Kundschaft eben am Ende des Tages die bestmögliche Experience aus ihrer Fachexpertise heraus anzubieten. Und hier hat sich das Modell bereits bewahrheitet, denn beim Thema Barrierefreiheit ist unser Team auch gewachsen, eben durch einen neuen punktuellen Experten, den Timo als Barrierefreiheitsberater, aber auch durch die Rolle des Themen-Enablers, die wir neu setzen mussten und der auch das Thema im Team vorantreibt. Außerdem hat jeder in dem Team eine Sensibilisierung zum Thema Barrierefreiheit bekommen und eine eigene Schulung zur eigenen Fachexpertise zum Thema Barrierefreiheit. Und so können sich die Teams gegenseitig befruchten und es entstehen Synergieeffekte. Dann gehen wir auf die nächste Folie. Ein weiterer Big Win war auch unser Design-System. Was ist ein Design-System? Ein Design-System ist am ehesten vergleichbar mit so einem Baukasten-Prinzip. Es vereint eine Vielzahl an wiederverwendbaren Elementen. Man hat also, wenn ihr links schaut, einen Baukasten mit Bausteinen. Und aus diesen Bausteinen können verschiedene, zum Beispiel hier Automodelle aus so Lego-Bausteinen zusammengesetzt werden. Überträgt man dieses Prinzip auf die Teambank, dann haben wir hier ebenfalls sowas wie einen Baukasten in unserem Design-System. Die jeweiligen Teams können auf eine Vielzahl aus bereits bestehenden Komponenten, Patterns, Farben, Überschriften zugreifen und sich daraus ihr Produkt zusammenstöpseln. Zum Beispiel unsere Easy Credit Plus App oder unsere Website. Das Design-System auf Barrierefreiheit umzustellen, da bin ich auch ganz offen, war und ist für uns eine große Herausforderung. Denn Bestehendes muss nun gemäß der WCAG angepasst werden. Aber es lohnt sich. Denn auf lange Sicht ist es kostengünstig und schnell, da alle auf die gleichen Elemente zurückgreifen, die bestmöglich barrierefrei sind. Das heißt, wir haben dann keine Nachbesserungsarbeiten. Wir haben ein einheitliches Brand-Design. Wir bieten so eine einheitliche Brand- und Customer-Experience. Denn im Design-System sind auch Dinge wie UX-Writing -Systematiken verankert oder User-Flows und noch vieles mehr. Und wir können mit KI-Tools arbeiten. Hier hat sich bei uns das Stark-Tool sehr bewahrheitet, weil dieses auch gleich auf die WCAG gemünzt ist und gleich beim Bestellen von neuen Designs dabei unterstützen kann, diese zu berücksichtigen. Dann switchen wir auf die nächste Folie. Wie sind wir das ganze Thema angegangen? Jetzt habt ihr davon gehört, was uns unheimlich bei der Umsetzung des Themas geholfen hat. Aber was war eigentlich unsere Ausgangslage? Der erste Schritt war, wir haben unsere Ist-Situation ausgewertet, mithilfe der UDG und dem Timo. Wir haben sozusagen Audits durchgeführt. Da wird der Timo euch gleich einen Einblick noch dazu geben. Und diese dienen uns gerade als Grundlage, um gezielt offene Anpassungen anzugehen. Wenn ihr euch jetzt den Bewertungsstrahl mal anseht, dann gab es natürlich Anwendungen, die einigermaßen gut abgeschnitten haben. Dann gab es aber auch welche mit etwas mehr Anpassungsbedarf. Und andere Dinge, wie zum Beispiel E-Mails oder Dokumente, sind in den Audits komplett durchgefallen. Doch gerade diese Punkte, die durchgefallen sind, zu denen sind wir zwar nicht gesetzlich verpflichtet, die haben wir uns aber trotzdem aus der Marke heraus angeschaut, um diese dann nachgelagert noch barrierefrei zu machen. Damit verbunden mit dem ganzen Thema sind wir viele Meilensteine gegangen. Zum einen haben wir unser Brandmanual angepasst. Unser Branddesign mussten wir auch anpassen. Da gibt es später auch noch ein paar Beispiele. Wir müssen jeden Tag den Weg zwischen was muss ich tun und was wäre nice to have gehen. Wir haben uns sehr stark in der Zusammenarbeit weiterentwickelt, weil hier durch die neuen Rollen, die etabliert werden mussten, mussten wir uns erstmal finden. Das haben wir jetzt auch erfolgreich geschafft. Und ein Meilenstein wird auch noch das Thema User-Testing sein. Das ist aber auch eine Herausforderung, die noch auf uns zukommt. Und dann habe ich euch noch eine Folie mitgebracht. Da habe ich mal die Best Practices von uns zusammengeschrieben, was uns sehr geholfen hat bei der Umsetzung. Zum einen eine Sensibilisierung im Haus zum Thema, punktuelle Schulungen für Fachpersonal. Dann haben wir das ganze Thema aus der Marke heraus betrachtet und hier auch Markenleitplanken gegeben. Das heißt, das Thema Barrierefreiheit ist aus der Marke heraus mit berücksichtigt und hat auch einen ganz anderen Fokus im Unternehmen dadurch bekommen. Dann unser Designsystem war auch ein Big Win, wie schon vorgestellt, die Cross-Funktionalität. Und was ich sehr ans Herz legen kann, sind die Austauschrunden. Also wirklich, wir haben da Weeklys und Fragerunden etabliert. Die sind immer sehr wertvoll. Kann ich nur empfehlen. Und natürlich eine Kooperation mit unserer Rechtsabteilung, die dann in schwammigen Situationen mal rechtliche Auskunft erteilen kann. Was müssen wir machen? Was können wir machen? Genau. Und dann übergebe ich wieder an Timo. Ja, Evelyn hat es schon erwähnt. Wir haben dann Audits als Startpunkt gehabt bei dem Projekt. Und da wollte ich euch mal zeigen, wie wir geprüft haben. Generell heißt das Audit bei uns Accessibility Review. Das heißt, eine unserer Experten wird sich hinsetzen und wird die komplette Seite oder besser gesagt Seiten der Webseite prüfen. Da haben wir meistens zwölf Template-Seiten so im Schnitt, weil man natürlich nicht jede einzelne Seite einer Website prüfen kann. Machen wir das mit sogenannten Template-Seiten, die dann stellvertretend für die anderen Seiten stehen. Und die werden dann geprüft. Und dafür haben wir eine detaillierte Checkliste. Da prüfen wir dann auf die EN 301549. Mit integriert ist da die WCAG in der Version 2.2. Also die aktuellste Version eigentlich der WCAG. Und die wird dann noch mit geprüft. Das Ganze gibt es dann nochmal, wenn wir da die Ergebnisse haben, gibt es dann hier so eine schöne Übersicht. Wie viele gefundene Fehler haben wir dann gehabt? Wie viele Prüfpunkte waren nicht konform? Wie viele waren konform? Manche können auch nicht angewendet werden, weil beispielsweise auf einer Seite keine Videos sind. Dann können wir die Prüfpunkte für die Videos nicht anwenden. Und das Ganze wird auch nochmal nach Schweregrad eingeteilt, was eigentlich auch immer bei Teams, ganz gut hilft, wenn wir das den Teams übergeben, einfach um zu schauen, welche Sachen gehen wir dann als erstes an. Also die Prüfpunkte, die einen schwere Grad hoch haben, die sollte man dann idealerweise als erstes angehen, weil es viele Menschen einfach daran hindert, bestimmte Dinge zu benutzen. Beispielsweise ist keine Tastaturbedienung möglich im Checkout. Da wäre das sehr gut, wenn man das schnell lösen würde. Und wir teilen das auch nochmal auf nach den Abteilungen. Das heißt, wer ist dafür verantwortlich? Da haben wir dann nochmal Entwicklung, dann Redaktion und Design. Und da kann man das auch nochmal so ein bisschen filtern. Das Ganze wird dann natürlich auch auf der einzelnen Seitenebene nochmal gezeigt. Hier sehen wir dann Home beispielsweise und die ganzen Issues, die für diese einzelne Stichprobe gefunden wurden. Und dann nochmal direkt auf den einzelnen Verstoß hier nochmal geschrieben, was ist da verletzt worden? Wie könnte man das theoretisch auch lösen? Und nochmal ein paar Screenshots. Bei der Teambank haben wir einiges getestet. Da habe ich euch auch mal so ein paar Sachen mitgebracht. Erstmal die Übersicht, was wir getestet haben. Und zwar haben wir da die EasyCredit.de getestet, die EasyCredit und die App. EasyCredit Verkaufsstrecke, das Antragsportal, das Inkasso-Portal, so ein Plugin EasyCredit Ratenkauf, die Teambank Unternehmenswebseite, PDFs und E-Mails. Also wirklich ein großer Teil der ganzen EasyCredit digitalen Welt haben wir da getestet. Und ich glaube, das ist auch ganz gut, weil man so wirklich den Startpunkt hat, um zu sehen, was ist denn falsch und was müssen wir denn wo verändern. Und dann kann man das Projekt relativ gut angehen. Ich habe jetzt nochmal so ein paar Beispielfunde mitgebracht. Wir haben einmal diese Dokumentation, die ich eben gezeigt habe. Und dann haben wir nochmal immer eine Präsentation, wo wir die einzelnen Punkte, die verletzt wurden, nochmal mit einem Beispiel durchgehen. Und da habe ich jetzt mal so ein paar Beispiele mitgebracht, die wir bei der Teambank gefunden haben. Und zwar gab es Probleme bei 200% Vergrößerung. Das heißt, manche Menschen müssen sich einfach den Bildschirm vergrößern, weil sie nicht mehr so gut lesen können. Und dann sollten natürlich alle Elemente dem folgen und sollten auch noch lesbar sein. Das war hier in dem Fall von diesem Button dann nicht mehr der Fall. Den hat man nicht mehr gesehen. Und deswegen sollte das hier angegangen werden, dass da auf jeden Fall ein responsives Design gewählt wird und dass auch skalierbare Schriften beispielsweise verwendet werden, damit das alles korrekt umbricht und immer noch weiterhin sichtbar und bedienbar ist. Dann hatten wir auch Überschriften und Strukturen gefunden, die nicht ganz korrekt waren. Eine Überschriftenstruktur sollte immer sehr gut gewählt werden, da es Menschen, die einen Screenreader benutzen, einen großen Hinweis gibt, was wie zusammengehört und welche Überschriften auf der Seite generell vorhanden sind. Das sollte dann, wenn eine H2 gewählt wird, sollten die Überschriften, die den Bereich unten drunter kennzeichnen. Das hier waren solche Akkordeons, die dann nochmal als Überschrift gedient haben für den Bereich unten drunter. Die sollten dann auch als H3 ausgezeichnet werden, sodass es in der korrekten Hierarchie da ist. Dann haben wir gefunden, Steuerelemente, die keinen zugänglichen Namen hatten. Das heißt, alle Buttons beispielsweise, die nur ein Icon und keinen Text sichtbar haben, die brauchen nochmal einen zugänglichen Namen. Ist auch wieder ganz wichtig für Menschen, die einen Screenreader benutzen, also ein Bildschirmvorlesegerät. Wenn das nicht der Fall ist, dann wird das nämlich nur als Button ausgeben und dann weiß ich nicht wirklich, was ich damit tun kann. Deswegen muss ich da nochmal beispielsweise via ARIA-Label einfach einen zugänglichen Namen hinterlegen. Dann, altbekannt glaube ich und wahrscheinlich bei den meisten auch so, wir haben Kontraste gefunden, die zu gering sind. Die WCAG sagt, dass alles, was kleiner Text ist auf einer Webseite, da muss der Kontrast von der Textfarbe zu der Hintergrundfarbe einen bestimmten Wert haben. Das ist als Kontrastwert momentan 4,5 zu 1 festgelegt in der Stufe AA der WCAG. Und da prüfen wir einfach, wie viel Kontrast hat diese weiße Schrift zu dem orangenen Hintergrund. Und das war im Falle der Teambank nicht ganz okay. Also das war nicht auf 4,5 zu 1. Da müsste dann entweder der Text vergrößert werden oder die Farben angepasst werden. Und das ist wahrscheinlich auch ein Problem, was viele haben. Da werden dann Unternehmensfarben als Button oder als Highlightfarben benutzt und sind dann aber mit der Schrift zusammen nicht barrierefrei. Dann sehen wir aber gleich nochmal, wie die Teambank das dann auch gelöst hat. Auch hatten wir dann nochmal drin komplexe Zeigergesten. Das heißt, wenn hier etwas, ein Element ist, was verschoben werden muss, also wie dieses Slider-Element hier, da muss ich den Finger draufsetzen und muss dann hin und herziehen, um einen bestimmten Wert zu erreichen. Das funktioniert natürlich nicht für alle Menschen. Beispielsweise Menschen, die eine Spracheingabe haben, könnten da sehr, sehr Schwierigkeiten damit haben, das zu bedienen oder auch Menschen, die einfach die Hände nicht so gut bewegen können. Deswegen fordert die WCAG hier, dass da nochmal eine Alternative angeboten wird. Beispielsweise könnten das hier Pfeiltasten sein oder man sollte da einfach eine Eingabe machen für diesen Betrag. Dann auch etwas, was ich sehr, sehr häufig sehe, wenn wir Audits machen, fehlerhafte Fokusreihenfolge. Der Tastaturfokus, den kann man sich so ein bisschen vorstellen wie den Mauszeiger der Tastatur. Wenn ich nur mit der Tastatur eine Website bediene, dann muss ich ja sehen, was ich gerade ausgewählt habe. Und wenn ich das nicht sehe, dann ist es sehr, sehr schwierig. Im Umkehrschluss kann man sich vorstellen, wenn ich die Webseite mit der Maus bediene und der Mauszeiger nicht da ist, dann kann ich da auch nicht wirklich was bedienen. Deswegen sollte darauf immer geachtet werden, dass der da ist und auch, dass diese Reihenfolge korrekt ist. Und in dem Fall hier von der Teambank war es so, dass wenn die Seite zum ersten Mal aufgerufen wurde, die Privatsphäre-Einstellungen nicht direkt den Fokus, den Tastaturfokus erhalten haben, sondern der ist hinten in der Seite einfach weiter gehüpft. Und das ist natürlich ein Problem, weil ich dann einfach hier mit der Tastatur gar nichts bestätigen kann und die Seite somit nicht wirklich nutzen kann. Und gleiches Thema so oder zumindest ähnliches Thema, fehlender oder fehlerhafter Tab-Index, bestimmte Elemente, die eigentlich klickbar sind, also wo ich mit der Maus draufdrücken kann, die waren nicht mit der Tastatur fokussierbar. Das heißt, die konnte ich gar nicht mit der Tastatur bedienen, was natürlich auch nicht sein darf. Was wir auch sehr häufig sehen, sind Beschriftungen von Formularelementen, die da nicht vorhanden sind. Jedes Formularelement sollte ein klares Label, also eine klare Beschriftung haben und dieser Platzhaltertext in dem Formularelement zählt dazu nicht. Es gibt natürlich auch die Variante, wenn man da jetzt reinklickt, dann wird dieser Platzhalter zu einem kleinen Label. Das ist so meiner Meinung nach ein kleiner Graubereich. Das wäre noch okay, aber ich würde immer empfehlen, da ein klares Label oben drüber zu machen. Und das Ganze auch mit dem Feld zu verbinden im Code, damit auch Screenreader wissen, welches Textfeld sie da gerade vor sich haben. Und hier auch wieder die Tastatur. Wir hatten fehlende oder unzureichende Fokusanzeige. Das heißt, dieser Fokusanzeiger, von dem ich vorhin gesprochen habe, der war einfach teilweise nicht vorhanden oder zu gering sichtbar und deswegen musste hier auch nochmal nachgearbeitet werden. Und da erzählt euch die Evelyn jetzt mal, wie die Teambank das an drei Beispielen gelöst hat. Genau. Ich habe euch jetzt ein paar Beispiele mitgebracht und das waren auch wirklich für die Marke zumindest nicht so schöne Herausforderungen, die wir da hatten, aber wir haben sie gelöst. Ein Beispielcase war das Finding, dass die Kontraste zu gering waren, also im Verhältnis der Schriftart zur Buttonfarbe im Hintergrund. Und da mussten wir uns mehrere Lösungen ansehen. Zum einen haben wir unser Easy Credit Orange, was unsere Markenfarbe ist, unsere Sekundärfarbe. Das mussten wir ein bisschen dunkler machen, für das Auge kaum sichtbar. Wenn ihr mal den Altwert euch anschaut und den Neuwert in der ersten Spalte, also ja, ein Laie sieht da jetzt keinen Farbunterschied. Da mussten wir aber die Farbe etwas dunkler machen und den weißen Text auf dem Button mussten wir tatsächlich etwas dicker gestalten und von der Schriftgröße, glaube ich, auch um 2px erhöhen. Genau. Diesen Weg konnten wir gehen. Das war noch machbar. Was uns dann eher noch vor Herausforderungen gestellt hat, war der Hover-Effekt, den wir haben. Der ist nämlich dann auch ins Helle gegangen, also ins Weiße. Und im Hover-State war das Ganze natürlich nicht barrierefrei, weshalb wir jetzt im Hover-Effekt eher auf dunklere Farben gegangen sind, wie ihr sehen könnt. Also eher in so ein dunkleres, dreckiges Orange und ein dunkleres Blau. Genau. Das war so die erste Lösung bei dem einen Finding. Und dann hatten wir noch ein weiteres Finding bei unserem Doppelregler. Also wir haben einmal diesen Regler und dann haben wir noch einen Hufeisen-Regler. Der ist, glaube ich, auf der Folie darauf noch mit abgebildet. Da gehe ich gleich drauf ein. Und das ist bei uns ein sehr starkes Conversion-getriebenes Element. Also das wurde auch vertestet über User-Testings. Natürlich nicht mit eingeschränkten Personengruppen, weil wir diese bisher nicht auf dem Schirm hatten. Und das performt auch sehr gut und darüber erzielen wir auch sehr guten Umsatz. Und hier mussten wir tatsächlich in unser Brand-Design eingreifen. Und ihr seht es schon, im alten Zustand hatten wir hier eine sehr helle Leiste. Die hat jetzt einen Rand bekommen. Und welchen Schritt wir noch gehen mussten, war, wir mussten einen Bereich einarbeiten, über den man manuell den Betrag eintragen kann. Das haben wir jetzt über einen Bearbeiten-Button gelöst. Wenn man diesen klickt, dann öffnet sich ein Buttonsheet und da kann man dann eben auch die Beträge manuell eintragen, also sich auswählen über ein Dropdown-Menü. Und das gleiche Problem hatten wir bei unserem Hufeisen-Regler. Auch hier mussten wir dann dieses Eingabefeld, das umrandete im alten Zustand, quasi killen. Das funktioniert nicht mehr. Und mussten hier stattdessen auch ein Bearbeiten -Feld einfügen oder ein Bearbeiten-Button. Und auch hier öffnet sich dann ein Buttonsheet, wo man über die Dropdown-Liste sich den Betrag auswählen kann. Genau, das waren so unsere größten Herausforderungen. Sind wir gegangen, hat funktioniert. Genau, dann kommen wir noch zu Best Practices, beziehungsweise zum Nachhalten des Themas. Und das sind Best Practices, sind aber auch Herausforderungen aktuell für uns, die noch auf uns zukommen werden. Unter anderem die dauerhafte Etablierung neuer Rollen. Also wir haben gerade einen Themenenabler, der sich mit dem Thema befasst. Und der wird auch in den Themensträngen sehr geschätzt. Das muss sich noch dauerhaft etablieren, damit wir das Thema auch dauerhaft und langfristig nachhalten können. Dann wird auf uns zukommen ein massives Re-Audit zu der ganzen digitalen Welt von Easy Credit, das auch der Timo wieder begleiten wird, um einfach zu schauen, sind wir barrierefrei, haben wir alles gut angepasst, wo müssen wir vielleicht nochmal nachbessern. Dann werden User-Testings auf uns zukommen. Da haben wir noch keine Erfahrungswerte mit eingeschränkten Personengruppen. Das wird für uns auch Neuland sein. Da bin ich auch schon sehr gespannt, was dann da rauskommen wird. Ob die Sachen, die wir gebaut haben, dann auch wirklich alle Pain-Points berücksichtigt haben, auch im Doing, wenn man zum Beispiel eine Verkaufsstrecke durchläuft. Dann werden wir uns nochmal rechtliche Edge-Cases anschauen müssen. Müssten vielleicht nochmal sinnieren, welche Tools wir auf Dauer verwenden möchten, auch für vielleicht KI-gestützte Testings, die auch schon die Entwickler bei der Entwicklung dabei helfen, barrierefrei zu sein. Und wir werden uns auch noch mehrfache KI-Lösungen anschauen. Genau, dann übergebe ich wieder an den Timo. Genau. Und von unserer Seite auch. Die Next Steps sind natürlich jetzt erstmal dieses große Reaudit. Also alles, was wir geprüft haben, muss natürlich dann nochmal reauditiert werden. Und da hoffen wir, dass wir dann natürlich fast keine oder gar keine Fehler finden, die dann nochmal behoben werden. Da wir das ja auch nochmal in der Entwicklung jetzt begleitet haben bei der Teambank. Und was dann stattfindet, wenn das quasi die Checkliste abgehakt ist sozusagen, dass wir dann nochmal einen Accessibility-Test machen. Das heißt, Menschen mit Behinderung werden dann nochmal die Sachen prüfen. Und da bekommen wir dann nochmal die letzten Insights hoffentlich raus, damit wir dann am Ende komplett 100% Barrierefreiheit. Geht nicht, aber in dem besten Maße barrierefrei sein können. Was meiner Meinung nach immer die besten oder die Key-Takeaways von solchen Projekten sind, ist, dass erstmal eine Person brennen muss auf der Unternehmensseite. Und damit meine ich, dass eine Person muss dieses Thema an sich nehmen, muss dafür brennen, muss das im Unternehmen stark machen und sichtbar machen und muss das dann auch immer weiter treiben. Ansonsten kann das ganz schnell passieren, dass es nach einem Audit irgendwie nicht so wirklich weitergeht und man am Ende nicht wirklich was gewonnen hat. Und eine professionelle Unterstützung als Startpunkt, wie wir jetzt eben auch gesehen haben mit beispielsweise Audits, ist eigentlich auch immer sehr, sehr wichtig, damit man erstmal einen Status quo hat und einen guten Startpunkt, von dem aus man dann die weiteren Maßnahmen planen kann. Es muss auch innerhalb des Unternehmens ein Commitment geben, einerseits von der Führungsebene, dass dieses Thema überhaupt eingegangen wird und dass das auf dem Schirm ist und wichtig ist. Und aber auch in den Teams ein Commitment, dass alle da mithelfen wollen, dass Seiten, Apps, Webseiten barrierefrei werden. Und der letzte Punkt, den ich eigentlich immer sehr wichtig finde, ist, dass, habe ich einen schönen Satz dazu, Accessibility ist wie jonglieren. Es geht schief, wenn wir die Bälle nur einmal in die Luft werfen. Das heißt, wir müssen eigentlich ständig dranbleiben. Wir müssen immer weiter für Barrierefreiheit kämpfen, immer dran denken. Ansonsten fallen wir wieder irgendwie in ein Loch rein, wo wir nicht barrierefrei sind, weil dann einfach nicht weiter dran gedacht wird bei neuen. Dingen, die man entwickelt. Das ist aus meiner Sicht ganz, ganz wichtig. Genau. Und dann würde ich auch mal an den Jens abgeben. Okay, dann klaue ich dir einmal den Screenshare und gehe auf die gleiche Slide. So, man sollte jetzt meinen Bildschirm sehen. Also, wahrscheinlich schwer zu identifizieren aus Timus oder meines. Gehen wir von hier aus mal weiter. Genau. Der Punkt ist, über den ich noch kurz sprechen möchte an der Stelle, ist den Ball aufgreifen des Accessibility-Jonglierens. Und Tim hat dazu einen Punkt eben gebracht, der schon extrem relevant war. Er sagt nämlich zwischendrin einfach, natürlich kann man nicht jeder Seite einzeln prüfen. Und worüber ich jetzt an der Stelle kurz sprechen möchte, ist, welche technischen Möglichkeiten es gibt, auch Dinge automatisieren zu lassen, Überprüfungen automatisieren zu lassen und wie das auch im Zusammenspiel mit den manuellen Tests zu bedienen ist. Wie jetzt gerade im Kontext des Teambankprojektes gesprochen wurde, interagieren kann. Also, es ist kein Konkurrenzverhältnis zwischen technischen Lösungen und manuellen Testen. Im Gegenteil. Beide Ansätze haben Schwachpunkte und komplementieren sich dabei insofern wunderbar. Also, beim manuellen Testen ist es vor allem, dass man natürlich nicht, wie eben bereits erwähnt, jede Seite testen kann, sondern immer auf exemplarischen Modellen arbeitet. Das ist was, was ich super mit dem automatisierten Testen abholen kann. Und im Gegenzug, die automatisierten Tests haben halt die Schwäche, dass nicht der komplette Umfang testbar ist. So Dinge wie, ist die Navigationsreihenfolge nachvollziehbar oder sinnvoll? Das sind so klassisch Dinge, die halt bei automatisierten Tests unten durchfallen. Genau. Und aus unserer Brille von Crown & Peak als Softwarehersteller, kurzen Blick auf zwei unserer Produkte, die für das Thema Barrierefreiheit förderlich sein können. Das ist zum einen das Digital Quality Management. Das ist eine Plattform, die verschiedene Qualitätsstandards oder Qualitätsmerkmale von digitalen Touchpoints überprüft, mit einem starken Fokus auf Barrierefreiheit. Und besteht aus zwei verschiedenen Ansätzen. Auf der einen Seite haben wir das Dashboard. Das Dashboard geht durch Inhalte durch, die live sind mit einem Crawler und fasst mir die Ergebnisse hier von, also die Prüfung erfolgt dann auf einem Prüfkatalog, wo wir einen umfangreichen Katalog bereitstellen, der aber dann noch anpassbar ist. Und im Dashboard werden mir die Prüfungsergebnisse zusammengefasst dargestellt. Das sind quasi die Inhalte, die bereits live sind. Und da kann ich kontrollieren, was gibt es von mir da draußen schon und welche Anforderungen oder welche Fehler sind da gefunden worden, die ich eventuell beheben muss. Die Integration greift einen Schritt weiter ein und gibt mir die Möglichkeit, beispielsweise im Content Management System bereits auf die Inhalte überprüfend einzusteigen und so zu verhindern, dass überhaupt mal Inhalte initial in der Welt ankommen, die problematisch sind. Und wir sehen das hier. Wie gesagt, das Dashboard hat verschiedene Fokusbereiche. Beispielsweise hat das Dashboard für Barrierefreiheit. Die haben wir dann aus der WCAG, die verschiedenen Erfolgskriterien. Und darunter sind dann wiederum die Prüfpunkte, die DQM ausliefert, die wiederum gemappt sind auf die verschiedenen Techniken, die die WCAG empfiehlt, um die entsprechenden Erfolgskriterien zu erreichen. Und genauso gibt es dann hier in dem Bereich, gibt es ein Technical, ein On-Page-SEO-Dashboard, wo ich dann entsprechend die Punkte einsehen kann und so weiter und so fort. Und wenn ich das Ganze integriere ins CMS, wir haben das jetzt hier am Beispiel unseres eigenen Content Management Systems, dann habe ich direkt in der redaktionellen Arbeit die Möglichkeiten, mir entsprechende Probleme anzeigen zu lassen. Kann da draufklicken, Fokus springt dahin. Ich kann entsprechend dann Highlighting um die Seiten drumherum haben und kann dann den Fehler beheben und habe dann entsprechend die Seite, die neu analysiert wird und kann mich so Stück für Stück durcharbeiten. Durcharbeiten und auch natürlich Dinge identifizieren, die ich vielleicht als Redakteur nicht überheben kann, wie zum Beispiel templatebezogene Probleme. Genau, das ist der eine Ansatz. Der andere Ansatz, der gerade im aktuellen Kontext sehr häufig bei unseren Kundengesprächen aufkommt, ist, wie wir mit KI entsprechend das Ganze unterstützen können im redaktionellen Prozess. Und ein interessanter Ansatz ist hierbei, der, also wir haben in unserer AI-Assistance -Suite verschiedene Assistenten. Der Content-Assistent bietet mir ein kleines Widget an den Eingabekomponenten, welches mir die Möglichkeit gibt, auch vorgefertigte Prompts zuzugreifen. Der Analyze-Assistent analysiert ganze Seiten auf gewisse Anforderungen wie Tone-of-Voice oder SEO-Anforderungen und gibt mir dann seitensübergreifend Vorschläge zur Verbesserung, die ich dann auch entsprechend direkt anwenden kann. Der Image-Assistent identifiziert verschiedene Merkmale in Bildern, füllt mir Metadaten und gibt mir eine Volltextbeschreibung des Bildes. Und die Assistant-API bietet mir die Möglichkeit, das Ganze halt dann auch in individuellen Implementierungen umzusetzen und zu nutzen. Und da ist ein Ansatz, der großes Interesse bei unseren Kunden hervorgerufen hat, ist die Möglichkeit, hier die Informationen aus den Metadaten zu nutzen und das dann zu kombinieren mit dem Kontext, in dem das Bild eingeblendet wird oder eingesetzt wird. Hintergrund ist der, natürlich möchte ich vom Prinzip her mit dem Alt-Text möglich deskriptiv, den Text verfassen, sodass ich das kommunizieren kann, was ich prinzipiell auch mit dem Bild für sehende Menschen kommunizieren möchte. Und das bedeutet vor allem, dass ich halt nicht nur beschreibe, was auf dem Bild zu sehen ist, sondern auch, warum dieses Bild auf dieser Seite eingesetzt wird. Und da haben wir jetzt hier über die Kombination von Image-Assistent und Assistant-API eine projektisch spezifische Lösung in einem Showcase, der mir die Möglichkeit gibt zu sagen, okay, erstellen mir mal den Alt-Text und berücksichtigen wir dabei, was in dem Bild zu sehen ist, aber auch was hier zum Beispiel in dem Text zu sehen ist. Also es ist natürlich dann konfigurierbar, welche Informationen ich damit einfließen lassen möchte und entsprechend im Ergebnis habe ich dann einen Text, der mir nicht nur sagt, da steht eine junge Frau vor einem Serverraum, sondern im Kontext Smart Home Security steht dann eine junge Frau vor dem Serverraum als Zeichen dafür oder beschreibt gerade oder konfiguriert ihre Home Security Anlage etc. etc. Also dieses Ganze, was ich implizieren möchte, damit ich dieses Bild verwende, was natürlich für nicht sehende Menschen nicht so einfach identifizierbar ist oder überhaupt nicht identifizierbar ist, das kann ich damit im Kontext zu sehen ist, was ich damit im Kontext zu sehen ist. Kontext der jeweiligen Seite entsprechend generieren. Und wir haben das jetzt hier für einen Demo-Kontext an einen Button geknüpft. Im Regelfall wäre das dann wahrscheinlich natürlich an automatisierten Workflows und so weiter gebunden, wo ich sagen kann, okay, hier ist noch kein Bild drin, kein Alt-Text drin, dann generiere mir das mal automatisch aus dem Kontext und löse vielleicht noch ein Review aus. Genau. Das war der extreme Schnelldurchlauf. Wenn irgendwas davon interessant klingt, dann können wir natürlich im Nachgang gerne da nochmal in die Tiefe drauf eingehen. Jetzt würde ich sagen, können wir damit das Thema beschließen und wir haben schon sehr viele Fragen. Für die Moderation würde ich aber mal wieder an die Celine zurückgeben. Perfekt. Dankeschön. Genau. Einige Fragen sind schon da. Die eine oder andere wurde schon beantwortet. Ich würde dann einfach mal durch die offenen Fragen gehen. Dann könnt ihr ja schauen, wer da die beste Expertise hat, diese zu beantworten. Die erste Frage lautet, wie oft empfehlt ihr während der Entwicklung der Website die Barrierefreiheitsprüfung durchzuführen? Also wenn es da um ein Audit jetzt an sich geht, würde ich jetzt nicht jedes Mal ein Audit natürlich machen. Das ist natürlich super praktisch, wenn man jemanden hat, also eine Barrierefreiheitsspezialistin, die die Dinge nochmal prüfen kann, aber ein komplettes Audit würde ich als Startpunkt nehmen und dann möglicherweise nochmal als Endpunkt, aber immer in der Entwicklung begleitend dann mit Spezialistinnen. Sehr gut. Nächste Frage hat sich schon der Jens geschnappt. Ich werde sie trotzdem nochmal laut vorlesen. Stimmt es, weil wir es jetzt schon öfters hatten, dass B2B-Unternehmen davon ausgenommen sind, auch wenn sie zu den privaten Wirtschaftssektoren zählen und weitere Faktoren des BFSG zutreffend sind? Ja, das war tatsächlich ein Verklicker, dass ich mir das genommen habe. Also Timo, ich wollte dich jetzt nicht ausschließen davon. Genau. Vom Prinzip her kann man aber sagen, dass es schwierig ist, das pauschal zu beantworten, weil es natürlich verschiedene Szenarien gibt, die dazu führen können, dass man trotzdem das Barrierefreien Stärkungsgesetz auf eine Anwendung findet, auch wenn man im B2B-Bereich unterwegs ist. Prinzipiell ist der Umkehrschluss einfacher gemacht, wenn ich im E-Commerce-Bereich unterwegs bin, im direkten Kundenkontakt und mit Ausrichtung auf den Abschluss von Kaufverträgen unterwegs bin, bin ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der entsprechenden Regelung unterlegen. Außer ich habe jetzt, weiß ich nicht, Tante Emma laden und verkaufen im Monat fünf Taschentücher oder so, dann bin ich davon wie rum ausgenommen. Genau. Für B2B-Unternehmen muss man tatsächlich im Einzelfall schauen. Man kann davon ausgehen, dass es wahrscheinlich, wenn ich wirklich reines B2B-Geschäft mache, wahrscheinlich nicht zwingend auf mich ausgerichtet ist. Aber das ist natürlich auch nur die rechtliche Anforderung, das ganze Thema, was Timo eben auch eingehend sehr ausführlich erläutert hat, dass ich entsprechend, dass Menschen davon profitieren, die auch nicht entsprechende Behinderungen haben, auf die das ursprünglich mal abgezielt hat, das bleibt davon natürlich komplett unberührt. Also man kann es immer prinzipiell so ein bisschen unterteilen in die Motivatoren. Man hat ethische Motivatoren, die können wir jetzt mal außen vor lassen, weil die natürlich nicht quantifizierbar sind, aber man hat zum einen die Schadensvermeidung, das ist das ganze Rechtliche, und man hat die Möglichkeit, das Ganze halt aus der Business-Brille zu betrachten. Und das hat erstmal mit dem, gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für mich oder nicht, erstmal gar nichts zu tun. Nächste Frage ist, haben Sie Beispiele an Testergebnissen oder Auswertungen der Barrierefreiheit online aufrufbar, wie Sie solche Prüfungen vornehmen? Ja, also wir haben auf unserer Webseite, haben wir natürlich eine Seite, wo wir komplett über unser Accessibility Audit auch nochmal informieren. Ansonsten gerne auch im Gespräch immer, dass wir da nochmal was zeigen können, was wir an Ergebnissen haben und wie wir prüfen. Ich habe hier oben auf der Folie, habe ich mal so einen QR-Code gepackt, da kommt man dann direkt zu unserem Audit und wo man das anfragen kann. So nebenbei, es gibt auch für die Teilnehmenden hier einen Rabatt für das Audit, aber prinzipiell haben wir das eher im Gespräch und auf der Seite nur allgemeine Informationen, also keine Ergebnisse nochmal direkt. Super. Nächste Frage. Also ihr prüft gleichzeitig WCAG 2.2. Macht auch absolut Sinn, weil es die neueste Variante ist und das ein oder andere hinzugekommen bzw. weggefallen ist. Im BTV 2.0 ist ja immer noch der Bezug zur Vorversion, oder? Genau, also wir prüfen ja auf die europäische Norm, die ja im BFSG genannt wird, die N301549 und in der aktuellen Version hat diese Norm eigentlich noch die WCAG 2.1 drin. Da wird jetzt ein Update der Folgen auf die Norm, das heißt, da wird dann auch die 2.2 genannt. Wir prüfen aber schon die 2.2, weil es einfach relevant werden wird in naher Zukunft, ja. Die nächste Frage spielt ein bisschen zu einer vorherigen. Mit 1 steht das Tool zum Ausprobieren schon zur Verfügung? Jetzt ist die Frage, welches Tool? Also das, was Jens gerade vorgestellt hat oder unser Audit? Also unser Audit ist prinzipiell kein Tool, sondern wir machen eine manuelle Prüfung. Da sind Teilaspekte automatisiert, aber ansonsten sitzt da wirklich ein Mensch und prüft das manuell. Also wir haben kein Tool. Okay, ich überspringe mal ganz kurz eine Frage, weil zum gleichen Tool wahrscheinlich eine weitere Frage gestellt wurde. Und zwar habe ich das richtig verstanden, dass das Tool nur 78 Prüfschritte prüft, weil mit WCAG 2.0 sind wir aktuell bei ungefähr 107 Prüfschritten. Und wieder die Frage, welches Tool? Also wenn wir prüfen, dann prüfen wir die 94 Erfolgskriterien der EN 301549. Darin enthalten sind die WCAG-Stufen, also WCAG 2.2, Stufe A und Doppel A. Die Triple A -Stufen prüfen wir nicht nochmal mit. Die sind natürlich immer super, wenn man die erreichen kann, aber die werden in unserem Audit nicht nochmal mitgeprüft. Kann ich vielleicht aus der Softwarebrille dazu auch nochmal kurz sagen. Also wir prüfen von diesen WCAG-Kriterien in der WCAG 2.2, also je nachdem, man kann in DQM jetzt beispielsweise auch auf WCAG 2.1 prüfen, wenn man das explizit möchte, aber Standardeinstellung ist 2.2. Davon prüfen wir softwareseitig ungefähr 30 Prozent der Kriterien. Das ist so im Softwarebereich auch ein üblicher Wert. Genau, das bedeutet im Umkehrschluss natürlich nicht, dass ich mit 30 Prozent der Kriterien auch 30 Prozent der Probleme erfasse. Wofür das halt super ist, sind solche Dinge wie, wo fehlt ein Alltag? Wo steht nur drin Bild oder Mensch oder sowas? Wo ist es nicht ausreichend beschrieben? All diese Dinge, die ich gerade in Bulk abarbeiten möchte und abarbeiten muss und wo ich große Mengen an Daten erfassen muss, da spielt die Softwareseite-Unterstützung ihre Stärke aus und das gilt umso mehr, je komplexer die eigene digitale Landschaft ist. Okay, vielen Dank. Nächste Frage. Wäre es eine Option, das CSS-Media-Feature Prefers Contrast zu verwenden, wenn die Unternehmensfahnen keinen hohen Kontrast haben? Also andere Farben für Benutzer, die in ihrem Gerät einen hohen Kontrast aktiviert haben? Ich würde immer darauf plädieren, dass man prinzipiell einen guten und ausreichenden Kontrast hat, da man natürlich auch nicht immer sicherstellen kann, dass die Menschen immer ihr Gerät benutzen können, müssen und wie wir auch gesehen haben, auch andere Menschen davon betroffen sein können, die möglicherweise keine Behinderung haben, wenn ich draußen unterwegs bin und die Sonne scheint und dann sehe ich auf meinem Smartphone Schriften, die einen geringen Kontrast haben, nicht so gut, wie wenn sie einen höheren Kontrast haben. Von daher immer erstmal bei den Basics sozusagen anfangen und kein Workaround schaffen. Ja, dazu kommt noch, dass eine der Prinzipien der WCAG ja die Robustheit des Ganzen ist und das bedeutet auch, dass man in möglichst vielen Szenarien und möglichst vielen Browsern etc. entsprechend das barrierefrei zur Verfügung stellen sollte und wie Timo schon sagte, dementsprechend ist es immer besser, von Grund auf barrierefrei zu arbeiten, als mit Behelfsmöglichkeiten Dinge hinterher barrierefrei zu machen. Okay. Nutzt ihr KI auch für Übersetzungen in leichte Sprache beziehungsweise ist es empfehlenswert? Also wir sind gerade ein bisschen am Prüfen oder zumindest wir haben Kontakte zu Firmen, die das auch schon tun. Meiner Meinung nach ist es schon insoweit gut, dass man sagen kann, es funktioniert. Allerdings ist es wie mit allem, was KI momentan bringt. Es muss einfach nochmal geprüft werden von Menschen, die wirklich leichte Sprache schreiben können und dafür zuständig sind und noch nicht an dem Punkt, wo wir das 100 Prozent einsetzen können. Okay. Ja, es ist im Endeffekt viel bei der automatischen Alltech-Generierung auch. Es ist immer besser, als gar nichts zu haben. Das klingt so abwertend. Es ist nicht nur besser, als gar nichts zu haben. Es gibt im Regelfall sehr gute Ergebnisse, aber es macht trotzdem auch immer Sinn, nochmal ein kontrollierendes Auge drauf zu halten. Und deswegen ist es gerade jetzt, also ich kann jetzt natürlich nur aus unserer Brille sprechen, ist dann so eine Möglichkeit halt auch zu sagen, ich mache eine automatische Übersetzung in einfache Sprache, ich mache eine automatische Befüllung des Alltechs und über einen entsprechenden Workflow assigne ich dann automatisch auch ein Review, dass jemand mit der entsprechenden Expertise nochmal reinschauen kann. Ich trotzdem aber sicherstellen kann, dass nichts rausgeht, was nicht die Anforderungen meines Unternehmens erfüllt. Okay. Schön. Die nächste Frage lautet, grundsätzlich eine Frage an die Phase nach dem letzten Audit. Wie stellt ihr in Zukunft sicher, dass ihr bei Änderungen an der Website auch alle Regeln einhaltet? Habt ihr dafür eine Art Tool, mit dem ihr testet, ohne jetzt nochmal ein Audit anstoßen zu müssen? Ja, die Frage würde ich übernehmen. Ja, also es ist zum einen so, dass wir alle im Team, wir arbeiten ja crossfunktional, wir sind alle im Team darauf getrimmt und sensibilisiert zum Thema Barrierefreiheit. Das heißt, wenn wir was Neues entwickeln, dann berücksichtigen wir das Thema Barrierefreiheit von vornherein schon. Dann haben wir immer einen Experten oder eine Person bei uns ist mindestens sehr gut gebrieft zum Thema und kennt sich auch mit dem WCAG sehr gut aus. Im Worst Case kann man immer noch den Timo fragen. Wir sind aber mittlerweile schon im Team bei so einem Stand, dass wir mindestens einen Experten so schulen möchten, der auch quasi so ein Wissen hat wie der Timo. Und dann dauerhaft, um das zu tracken, haben wir auf der Website schon Überlegungen. Wir haben da ein Inhouse-Tool auch mittels unserer eigenen bankspezifischen KI, das wir gerade in der Prüfung haben, dass die Website dauerhaft trackt, also die ganze Zeit. Und wir dann auch, wenn da irgendwie ein Fehlerpunkt aufploppt, da direkt eingreifen können. Genau. Und perspektivisch gedacht, wollen wir einmal pro Jahr zumindest so ein Audit auch durchführen, um zu gucken, ob wir weiterhin barrierefrei sind. Das sind so die Pläne. Vielen Dank. Nächste Frage. Ganz schön viele heute. Was soll bei der Erstellung von Infografiken mit vielen Fachinformationen beachtet werden, um den Barrierefreiheitsanforderungen gerecht zu werden? Ja, das ist immer etwas schwierig, aber eigentlich auch einfach zu beantworten. Also erstmal ein kurzer beschreibender Alttext und dann müssen diese Informationen, die in der Infografik sind, in einer anderen Weise noch zur Verfügung gestellt werden. Das kann sein, dass man einfach nochmal eine sogenannte Long Description hat oder eine einzelne Seite, wo dann diese Infografik nochmal im Detail für Screenreader auch erklärt wird. Oder man hat einfach nebendran einen beschreibenden Text, wo alle Informationen, die in dem Bild auch schon drin sind, auch schon beschrieben werden. Das Wichtigste ist, dass man immer noch eine Alternative anbietet und nicht diese Infos einfach nur für sehende Menschen zur Verfügung stellt. Wobei es natürlich auch, glaube ich, so ist, also korrigiere mich, das ist jetzt nur meine persönliche Erfahrung, dass es natürlich auch Themen gibt, die kann man halt nicht barrierefrei zur Verfügung stellen einfach. Also ich habe letztens mit jemandem gesprochen, die kam aus dem chemischen Bereich und da ging es dann um die Darstellung von chemischen Formeln. Klar, ich bin da fachlich komplett raus. Ich kann auch jetzt an der Stelle komplett den Unfug erzählen, aber ich glaube gerade diese Formeldiagramme lassen sich halt nicht barrierefrei zur Verfügung stellen, weil man die nicht so beschreiben kann. Wenn doch, mag ich mich irren, aber Fazit ist, natürlich gibt es auch Inhalte, die unter Umständen einfach nicht barrierefrei dargestellt werden können. Ja, also es kann teilweise, wie gesagt, schon sehr schwierig sein, aber wenn man dann zum Beispiel einen Chart hat oder so, wo es dann schwierig ist, die Sachen zu beschreiben, dann könnte man eine einzelne Seite nochmal machen, wo man schreibt, wie ist dieses Chart dargestellt, welche Daten sind da drin, dann könnte man eine Tabelle anbieten, die auch barrierefrei gestaltet ist, um einfach diese einzelnen Werte noch zugänglich zu machen. Also es gibt schon eine Möglichkeit, es ist halt ein bisschen aufwendiger, aber sollte in jedem Fall gemacht werden. Okay, haben wir jetzt einmal noch zwei Fragen offen. Ich denke, wenn wir zwei, drei, vier Minütchen überziehen, ist es nicht so schlimm an alle, die keine Zeit mehr haben. Wie gesagt, wir stellen die Aufnahme auch im Nachhinein noch zur Verfügung. Ihr hattet vorher ein Szenario mit 200-fachem Zoom genannt. Ich dachte in Erinnerung zu haben, dass es auch bei vierfachem Zoom funktionieren muss. Genau, das sind zwei unterschiedliche Prüfschritte in der Tat. Das ist einmal der 144, das ist Text auf 200 Prozent vergrößerbar und dann der 1410 Inhaltebrechen oben. Da ist quasi in dem Prüfschritt drin, dass man theoretisch entweder auf 320 Pixel Breite oder 400 Prozent Zoom testet. Sehr gut. Letzte Frage. Nutzt ihr das erste Ergebnis des Audits bereits für auch für die Erklärung zur Barrierefreiheit auf der Website? Ist es sinnvoll, zudem Feedback-Mechanismen mit Buttons beziehungsweise Formularen anzubieten, damit Nutzende auf Bereiche hinzuweisen, die im Moment nicht zugänglich sind? Zur ersten Frage. Ja, nutzen wir. Also das ist gerade in Planung, dass wir das Erstaudit für diese Konformitätserklärung nutzen werden und auch offen damit umgehen werden, dass auch offen an die Kundinnen und Kunden kommunizieren werden. Wenn wir das Reaudit dann gemacht haben, werden wir natürlich die Ergebnisse aus dem Reaudit nehmen, wobei wir da sehr stark hoffen, dass wir da bei bestmöglich 95 Prozent sind, also so gut wie möglich barrierefrei. Dass wir das nicht mehr in so einer langen Liste tun müssen. Ja, macht definitiv, zur zweiten Frage, ja, macht definitiv Sinn aus der Custom Experience heraus an Stellen, die nicht barrierefrei sind, Leuten mit Einschränkungen diese dazu abzuholen und zu sagen, hey, passt mal auf, hier an der Stelle bieten wir eine Ausweichlösung an. Da sind wir auch gerade in der Lösungsfindung, wie wir das machen über einen Infobutton oder andere Mechanismen. Sehr gut. Ja, hervorragend. Nur drei Minuten überzogen. Damit wären wir dann jetzt auch am Ende. Keine Fragen mehr offen. Sollten natürlich im Nachgang noch Fragen aufkommen, habt ihr hier auf der letzten Folie ja nochmal die ganzen E-Mail-Adressen. Könnt ihr euch natürlich immer gerne an alle wenden. Und dann danke ich euch, Evelyn, Jens und Timo. Vielen herzlichen Dank für das Webinar. Ich hoffe auch allen Teilnehmenden hat es gefallen und sage auf Wiedersehen und bis demnächst. Tschüss. Tschüss. Tschüss. Tschüss.